Die kurze Antwort: für ein paar Stunden im Schatten ja, dauerhaft nein. Und der Grund liegt genau in der Eigenschaft, wegen der viele Eltern sich für unbehandeltes Holz entscheiden.
Was draußen mit unbehandeltem Holz passiert
Lack und Lasur sind nichts anderes als eine Sperrschicht gegen Wasser und UV-Licht. Wer sie weglässt, bekommt ein Möbel ohne Ausdünstungen und mit einer Oberfläche, die man abschleifen kann. Man bekommt aber auch ein Möbel ohne Wetterschutz. Beides ist dieselbe Entscheidung.
Draußen passiert der Reihe nach Folgendes:
- Feuchtigkeit zieht ein. Das Holz quillt auf, die Oberfläche wird rau und faserig. Beim Trocknen zieht es sich wieder zusammen.
- Wechsel zwischen nass und trocken. Dieses Arbeiten öffnet mit der Zeit feine Risse. Bei Sperrholz kann sich an den Schnittkanten die Verleimung lösen.
- UV-Licht. Die Oberfläche vergraut. Optisch, nicht statisch, aber es geht nicht mehr weg.
- Stauende Nässe von unten. Das ist der eigentliche Killer. Ein Möbel, das nach dem Regen auf nasser Wiese steht, trocknet an der Aufstandsfläche zuletzt. Genau dort setzt sich Feuchtigkeit fest.
Was trotzdem geht
Ein trockener Nachmittag auf der Terrasse ist kein Problem. Entscheidend sind drei Bedingungen: Der Boden ist trocken und fest, das Gerät steht nicht in der prallen Sonne, und es kommt am Abend wieder hinein.
Damit ist ein Kletterbogen im Garten durchaus benutzbar. Er ist nur eben ein Indoor-Möbel, das gelegentlich draußen ist, und kein Gartenspielgerät.
Der Balkon ist der häufigste Fehler
Wie eine gute Zwischenlösung wirkt ein überdachter Balkon, und oft ist er die schlechteste. Regen kommt schräg, die Luftfeuchtigkeit bleibt hoch, und weil das Gerät dort dauerhaft steht, merkt niemand, dass es nie richtig durchtrocknet. Wenn ein Möbel dort über eine Saison steht, sieht man es ihm anschließend an.
Wenn es doch nass geworden ist
Kein Grund zur Panik, das ist reparierbar. Wichtig ist die Reihenfolge.
- Ins Trockene bringen, aber nicht an die Heizung und nicht in die Sonne. Schnelles einseitiges Trocknen erzeugt Risse.
- Vollständig durchtrocknen lassen, bei einem größeren Gerät mehrere Tage. Stellen Sie es so, dass Luft von allen Seiten herankommt.
- Erst dann schleifen. Feuchtes Holz verschmiert unter dem Papier. Körnung 180 bis 240, immer in Faserrichtung.
- Mit der Hand prüfen, nicht mit den Augen.
Ausführlicher steht das in unserem Beitrag Unbehandeltes Holz pflegen.
Nicht wetterfest machen wollen
Der naheliegende Gedanke ist, das Holz mit Öl oder Lasur draußen tauglich zu machen. Davon raten wir ab, aus zwei Gründen.
Zuverlässig wirkt es erstens nicht. Auf regelmäßige Erneuerung ist ein Anstrich ausgelegt, der Gartenmöbel schützt. Wird er nicht erneuert, sitzt die Feuchtigkeit unter der Schicht fest und richtet dort mehr Schaden an als ohne.
Zweitens verlieren Sie die Reparaturmöglichkeit. Behandeltes Holz lässt sich nicht mehr einfach glattschleifen, und ein Kind, das an den Sprossen kaut, hat plötzlich eine Beschichtung im Mund. Wer draußen ein dauerhaftes Klettergerät möchte, sollte eines kaufen, das dafür gebaut ist, statt ein Indoor-Möbel umzurüsten.
Kork und Auflagen gehören gar nicht nach draußen
Die Korkschicht unserer Balancebretter saugt Feuchtigkeit und löst sich bei Nässe vom Untergrund. Die Auflagen aus der Kategorie Zubehör haben einen Bezug aus Mikrovelours mit Synthepon-Füllung, der draußen nass wird und langsam trocknet. Beides bleibt besser im Haus.
Die kurze Merkregel
Trocken, schattig, abends wieder rein: unproblematisch. Über Nacht draußen, auf Gras, im Regen oder dauerhaft auf dem Balkon: nicht mehr lange schön.
Das ist keine Schwäche des Materials, sondern die Kehrseite einer bewussten Entscheidung. Ein Möbel ohne Sperrschicht ist innen das ehrlichere Produkt und draußen das empfindlichere.